CD112 Booklet

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Der Zitherklub "Donaustadt" (Gründungsjahr 1937) hat durch viele im ORF/Studio Wien seit 1951 eingespielte Titel österreichischer Komponisten schon früh Bekanntschaft mit der Unterhaltungsmusik des 20. Jhs. gemacht.
Vor vier Jahren habe ich die musikalische Leitung übernommen und es mir zum Ziel gesetzt, den bis dato fast ausschließlich von der Zither dominierten Gesamtklang dieses Ensembles durch (geringfügige) Besetzungsänderungen und aufwendigere, diffiziler gestaltete Arrangements so zu verändern, dass eine Klangfarbenvielfalt entsteht, wie man sie heute von einem Orchester erwartet. Nach einer Reihe erfolgreich absolvierter Konzerte reifte in mir der Gedanke, mittels Tonträgers ein Dokument über den heutigen Stand dieser Entwicklung in der Wiener Zithermusik zu schaffen.
Ohne Unterstützung des Österreichischen Komponistenbundes (ÖKB)/Arbeitskreis U-Musik sowie Projektförderung der AKM und des BELVEDERE-MUSIKVERLAGES wäre dieses Vorhaben nicht realisierbar gewesen, deshalb an dieser Stelle ein herzliches "Dankeschön".
Also habe ich als nächsten Schritt prominente österreichische Komponisten mit der Bitte angesprochen Werke für Zither zu schreiben welche ich dann in der von mir entwickelten Art arrangierte. Es freut mich, dass alle Angesprochenen mitgemacht haben und so auch in kompositorischer Hinsicht ein repräsentativer Querschnitt durch das gegenwärtige Schaffen österreichischer Komponisten auf dem Sektor der U-Musik entstehen konnte.

Wien, im August 1996 Gert LAST

 1.

China Tango
Die Komposition: Ein beabsichtigter Widerspruch: Tango - ein spanisch- argentinischer Tanz voll Feuer und Temperament, gepaart mit fernöstlichem Kolorit. Teil A: ein Thema in Quartenharmonik, gefolgt von einem Teil B mit einer lyrischen Kantilene; darüber, als Kontrast, ein bewegtes Quartenthema; Rückführung zu Teil A; breite Schlusstakte beenden dieses aparte Charakterstück.
Der Komponist: Karl GRELL, Prof., Kpm., geb. 5.9.1925 in Wien. Unterricht Violine, Klarinette, Saxophon; Musikstudium am Konservatorium in Wien (Violine, Klarinette, Theorie); Musikwissenschaft an der Universität, Dirigieren bei Prof. Kurt Wöss, Komposition bei Dr. Hugo Zelzer. Karl Grell wurde als Komponist und Arrangeur des Wiener Solistenorchesters, das er im Auftrag des Österr. Rundfunks 1955 gründete und mit den er viele TV- Rundfunk und Schallplattenproduktionen machte, weit über die Grenzen seiner Heimat bekannt. Sein Weg führte über verschiedene Orchester zu den Sendern Rot-Weiss-Rot und Radio Wien, für die er als Arrangeur tätig wurde; allein für Robert STOLZ schrieb er rd. 400 Arrangements. 1971-1986 war Karl GRELL Leiter der Abteilung Unterhaltungs- und Volksmusik von Radio Wien. Als Komponist schrieb er zahlreiche Werke der Tanz- und Unterhaltungsmusik (Unter den Sternen von Ragusa; So beginnt jedes Märchen in Wien; Weana Leut, Weana Freud), Musik zu Hörspielen und Fernsehmärchen u. v. a. Für seine Verdienste wurde er mehrfach ausgezeichnet (u. a. österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1.Klasse, Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich); Gastdirigent beim Bayrischen und Belgischen Rundfunk, Rias Berlin, RTV-Orchester Novisad. Karl GRELL hält Vorlesungen über die Geschichte der Unterhaltungsmusik; 1991 Gründung des VCO-Vienna Conservatory Orchestra.

 2.

Im Prater
Die Komposition: Polka, die das lustige bunte Treiben im Wiener Prater schildert; die dabei eingesetzten akustischen Effekte vermitteln Lokalkolorit.
Der Komponist: Sepp FELLNER jun., Dkfm., Dr., geboren 15.10.1934 in Wien als Sohn des Wiener Liederkomponisten Sepp FELLNER. Studium an der Hochschule für Welthandel, Diplom, Doktorat; zwischenzeitlich musikalische Ausbildung (Klavier, Akkordeon, Klarinette, Saxophon) am Konservatorium der Stadt Wien und privat (Prof. Weber, Prof. Kubanek, Prof. Garcos). Seit dem 17. Lebensjahr öffentliches Auftreten in Tanz-, Show- und Jazzkapellen (u. a. Pianist im Orchester J. FEHRING), Tourneen mit Radio- und TV-Stars. 1951 erste Kompositionen (Tanzmusik, Wienerlieder). 1954/55 erste Schlager in der Hitparade des Österreichischen Rundfunks. Sepp FELLNER wurde 1985 mit dem österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

 3.

American Memories
Die Komposition hat Gerhard TRACK für sich geschrieben; ein Stück für Klaviersolo und Orchester für eine Veranstaltung im Wiener Volkstheater, wo er selbst als "Überraschung" bei einem Hausfrauen-Rendezvous, das sein Vater, der bekannte Conferencier Ernst TRACK, für die Wiener Tageszeitung Kurier durchführte, auftrat. Gerhard TRACK lebte zu dieser Zeit in den USA und besuchte seine Heimatstadt Wien, wo er als Gastdirigent wirkte (Arkadenhofkonzerte, Aufnahmen mit dem Großen Rundfunkorchester sowie Konzerte mit seinen amerikanischen Chören und Orchestern). Diese Komposition wurde später als "Themesong" einer TV-Serie in den USA verwendet. Sie ist in dreiteiliger Form geschrieben (A-B-A) und zeigt typische Ansätze amerikanischer Filmmusik. Gert LAST instrumentierte den Orchesterpart für Zitherorchester, in welcher Version das Stück für die vorliegende CD aufgenommen wurde.
Der Komponist: Gerhard TRACK, Prof., Dirigent, geboren 17.9.1934 in Wien. Wiener Sängerknabe, Studium an der Wiener Lehrerbildungsanstalt, Akademie für Musik und darstellende Kunst. Jüngster Kapellmeister der Wiener Sängerknaben (1953-1958), von 1958 bis 1986 künstlerische Tätigkeit als Dirigent und Universitätsprofessor in den USA. Seit 1986 in Wien. Direktor des Konservatoriums der Stadt Wien seit 1989, Künstlerischer Leiter und Dirigent des Wiener Männergesang-Vereines seit 1990, Chorvereinigung Jung-Wien (1986-1996). Internationale Dirigententätigkeit (USA, Asien, Australien und Europa), Schallplatteneinspielungen mit namhaften Orchestern und Chören. Fast 500 Kompositionen und Bearbeitungen für Orchester, Chor, Kammermusik, Lieder, eine Oper, 2 Musicals, 7 Messen, Film und Fernsehmusik, Musik für Theaterstücke, etc. Internationale Auszeichnungen.

 4.

Tamina
Die Komposition: Tarantella concertante, nach dem klassischen formalen Aufbau (Tarantella - Tango - Tarantella) komponiert. Der Komponist will mit diesem Stück den quirligen Charakter des Mädchens Tamina musikalisch beschreiben, dessen Name dieser Tarantella auch den Titel gibt.
Der Komponist: Franz THOMASSER, Ing., geboren 20.3.1942 in Villach. Pflichtschulen und HTL-Matura für Elektrotechnik in Klagenfurt; Elektrotechniker bei den ÖBB. 1955-1960 Unterreicht in Klarinette; 1961-1965 Klarinettist bei der Militärmusik Steiermark; 1962-1965 an der Musikhochschule Graz (Klarinette Nebenfach Klavier, Theorie u.a. bei den Professoren W. Block und K. Haydmayer, Dirigentenausbildung bei Prof. M. Haider). Komponist und Arrangeur für konzertante und Gebrauchs-Blasmusik.

 5.

Fantasie
über eine schwedische Volksweise für Altblockflöte und Zitherorchester
Die Komposition entstand auf Wunsch von Frau Pia SÖNDERGAARD, Lehrerin für Blockflöte am Konservatorium der Stadt Wien, die im Konzert des Zitherklubs Donau-Stadt vom 11.11.1995 ("Solisten- und Evergreen-Parade") solistisch mitwirkte und für diesen Zweck ein geeignetes Vortragsstück suchte. Sie bat Gert LAST, für sie eine Art Fantasie über eine Volksweise aus ihrer Heimat Dänemark zu schreiben; nach Durchsicht einschlägiger Themen entschied sich der Komponist jedoch für eine Volksweise aus Schweden als der hiefür geeignetsten. Es ist das Lied eines Mädchens an ihren Liebsten, es singt von ihren Träumen, Wünschen und Sehnsüchten, von den Rosen im Garten, die schön sind wie ihre Liebe. Diese Weise ist voll verhaltener Schwermut, aber auch Fröhlichkeit - so ganz anders als unsere Volksweisen, was durch die Kombination von Altblockflöte und Zitherorchester wunderbar zum Ausdruck kommt. Dieses Werk, das der Komponist Frau Pia SÖNDERGAARD gewidmet hat, wurde in der gleichen Besetzung bereits mehrmals konzertant mit großem Erfolg aufgeführt.
Der Komponist: Gert LAST, Prof., Mag., Kpm., geboren 4.6.1921 in Wien. Absolvent der Hochschule für Musik in Wien (Hauptfach Musiktheorie und Flöte); als Kapellmeister und Musiker tätig, später Rundfunk-Programmgestalter/ORF, Verlagslektor, Komponist und Arrangeur; eigene LP-Produktion mit der "Gert-Last-Band"; 12.4.1985 Mag. Art., 19.4.985 Professor Titel (Komposition) durch den Bundespräsidenten. Seine Kompositionen umfassen gehobene Unterhaltungsmusik für großes Orchester. Tanz-, Wiener und volkstümliche Musik, Messen, Chorkompositionen. Unterrichtswerke für die Zither sowie Kompositionen Bearbeitungen und Arrangements für Zitherorchester zeigen auf, dass die Zither bei entsprechendem Einsatz neue, ansprechende und zeitgemäße Klangfarben zu entwickeln in der Lage ist und damit ihren Platz in der Gegenwartsmusik einnehmen kann.
Gert LAST erhielt für sein umfassendes Schaffen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

 6.

Tangoträume
Die Komposition war ursprünglich für Gitarrensound geschrieben. Nach Arrangement durch Gert Last und ersten Probeaufnahmen mit dem Zitherorchester das Urteil des Komponisten: "...doch jetzt könnte ich mir keinen besseren Klangkörper für meine Komposition vorstellen!"
Der Komponist: Alfred SCHITTLER, geboren 18.2.1943 in Wien. Kaufmann, Musiker, Komponist und Musikverleger.
Musikalische Ausbildung in Klavier vom 5. bis 15. Lebensjahr, nebenbei auch Gitarre. 1969 begann er im ORF mit der Kreation eines Gitarrensounds mittels Gitarre-Trickaufnahmen (erfolgreiche LP-Produktionen "Alfies Gitarren Sound"); neben der hauptberuflichen Tätigkeit als Tontechniker im AUSTROPHON-STUDIO (Konzerthaus) machte er weiterhin Gitarre-Trickaufnahmen (mit LP-Produktionen); seit 1987 Verlagsinhaber des AGS-Musikverlages; 1988 Übernahme des BELVEDERE-MUSIKVERLAGES.

 7.

Es war in Wien
Die Komposition entstand 1995 über Anregung von Gert Last, geht aber gedanklich viele Jahre zurück. Erste Bekanntschaft mit der Zither machte der Komponist in seiner Jugend im Mühlviertel, wo eine Verwandte recht gut Zither spielte. Besonders das Vorspiel für Zither zum Strauß-Walzer G'schichten aus dem Wienerwald hat den damals Zwölfjährigen in Verehrung und Bewunderung für Strauß zu seinem Opus I, dem Walzer Frühlingskinder, inspiriert. Nach überstandenen schrecklichen vier Jahren als Soldat im II. Weltkrieg lernte der Komponist - damals noch Musikstudent - in Lichtenthal im 9. Wiener Gemeindebezirk eine "echte" Wiener Familie kennen, nach altem Schlag, eine fröhliche Gemeinschaft, trotz der harten Nachkriegsjahre. Wochentags wurde schwer gearbeitet, aber am Wochenende wanderte man durch den Wienerwald, und gar nicht selten war ein Heurigenbesuch der Abschluss eines solchen Tages. Als eifriger Musikus genoss er bei ihnen gewisse Narrenfreiheit und vor allem die Sympathien der Töchter des Hauses. Das waren Menschen, die trotz Besetzung ihrer Heimat und großer materieller Not den Glauben an die Genesung und Zukunft dieser Stadt nicht verloren hatten und vorlebten, dass Glück nicht mit Geld gekauft werden muss. Und im Gedenken an diese Menschen und Diese oft so schwere, aber doch auch wunderschöne Zeit entstand dieses stimmungsvolle Tonbild.
Der Komponist: Heinrich GATTERMEYER, em. ordentl. Hochschulprofessor, Mag., geboren 1923 in Sierning, OÖ. Matura in Linz; nach dem Krieg Studium von Schulmusik und Komposition (A. Uhl) an der Musikakademie in Wien, Germanistik an der Universität Wien. Deutsch- und Musikprofessor an Wiener Gymnasien, daneben Leitung verschiedener Chorvereinigungen. 1964 Berufung an die Wiener Musikakademie für die Fächer Chor- und Ensembleleitung, Instrumentenkunde und Kantorei. 1960-1973 Chormeister des Wiener Schubertbundes; 1973-1984 als Präsident der Österreichischen Gesellschaft Zeitgenössischer Musik (ÖGZM) in Zusammenarbeit mit dem ORF Organisation von über 100 Konzerten mit neuer österreichischen Musik. Von 1974 bis zur Emeritierung Leitung einer Kompositionsklasse als ordentlicher Hochschulprofessor; 1979-1983 Leiter der Abteilung für Komposition, Musiktheorie und Dirigentenausbildung; 1984-1990 Präsident der AKM; seit 1992 Geschäftsführer des Österreichischen Komponistenbundes (ÖKB).
Seine kompositorische Tätigkeit umfasst alle Sparten der Musik: die Oper ("Kirbisch"), über 20 Orchesterwerke und Solokonzerte, mehr als 50 Kammermusikwerke, Messen, Oratorien, Lieder-Zyklen und Klaviermusik, 42 Film- und Fernsehmusiken und über 300 kleinere Chorwerke. Für sein kompositorisches Schaffen und seine Aktivitäten erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

 8.

Himalaya
Die Komposition erschien 1986 auf Schallplatte und wurde in den Folgejahren vor allem als Backgroundmusic für Radio-, Fernseh- und Filmproduktionen verwendet. In dem ursprünglich eigentlich sehr synthetisch instrumentierten Musikstück prägen Synthesizerklänge. Akustik-Gitarren, E-Bass, E-Gitarre und Naturschlaginstrumente das Klangbild. Zehn Jahre später wurde es nun von Gert Last für Zitherorchester in der vorliegenden Form bearbeitet, und obwohl dadurch naturgemäß andere, neue Klangfarben entstanden, blieben die ursprünglichen Intentionen von Komponist und Komposition erhalten: Die einfache Melodieführung und ein einprägsamer, betont langsamer Rhythmus vermögen die Mühen der Menschen auf dem Weg zu den höchsten Gipfeln der Erde zu vermitteln; Schwermut, aber trotzdem auch Optimismus klingen durch, klangliche Eigenheiten der Zither kommen dem mystischen Element der Komposition entgegen.
Der Komponist: Leo GACH, geboren 3.3.1956 in Wien. Ab 1964 Musikunterricht (Akkordeon) und Orchesterspiel, ab 1973 autodidaktisches Studium von E-Bass und Schlagzeug mit Schwerpunkt Unterhaltungsmusik. 1982-1988 E-Bassist im Begleitensemble von Horst Chmela; neben umfangreicher Livemusik - Tätigkeit 1983 Einrichtung eines Tonstudios und Start des Projekts "Ensemble Musicale". Unter dieser Bezeichnung bis 1989 Produktion selbstkomponierter Instrumentalmusik. 1988-1991 Akkordeonist und musikalischer Leiter im Kabarettensemble "Blödel-Express". Engagements, Österreich-Tourneen, Gastspiel bei den österr. Un-Truppen am Golan (Syrien) und auf Zypern, Schallplattenproduktionen, Radio- und Fernsehauftritte. Tontechnik, musikalische Produktionen.

 9.

Graziella
Die Komposition im graziösen 6/8-Takt: Der Komponist dachte an Sonne, Sandstrand, Meer... eine italienische Mama ruft ihre Tochter zu sich - "Graziella, Graziella!" - ein etwa dreijähriges Püppchen tänzelt daher. Donnerwetter, der Name passt genau zu seiner Trägerin!
Der Komponist Erwin HALLETZ, Kpm., Dirigent, geboren 12.7.1923 in Wien. Mit 6 Jahren erster Violinunterricht, als 14jähriger 5 Jahre Staatsakademie für Musik, Hauptfach Klarinette; spielt außerdem Saxophon und Violine. 1946 Erster Geiger und Arrangeur im Orchester Horst Winter, erste Kompositionen; 1950 Leiter des "Wiener Tanzorchesters", ausgedehnte Tourneen; 1954 erster Auftrag für Filmmusik, seither 120 Filmmusiken geschrieben. Zahlreiche bekannte Schlager - gesungen von Stars wie Zahra Leander, Johannes Heesters, Peter Alexander, Vico Torriani, Udo Jürgens, Milva, Louis Armstrong (Uncle Satchmo's Lullaby) u.v.a. - sind seither entstanden. 1962 Dirigent des Monte-Carlo-Light-Symphonie-Orchestra. 1963 mit "Goldener Leinwand" für Revuefilm Die große Kür (mit Marika Kilius und Hans J. Bäumler) ausgezeichnet. Komponist, Bearbeiter und Dirigent für das Deutsche Eistheater bei den Produktionen Im weißen Rössel, Maske in Blau und Die lustige Witwe (Österreich-Premiere 1985); Im Theater an der Wien: 1978 Musical Die Gräfin vom Naschmarkt, 1981 musikalisches Lustspiel die kluge Mama beide für Marika Röck. 1987 Bearbeiter und Dirigent für "Johann Strauß, König ohne Krone". Werke-Auswahl: Ein kleiner Bär mit großen Ohren; Siebenmal in der Woche; Ich bin so stürmisch wie der Samum in der Wüste; usw., usw.

10.

Stringband
Die Komposition: Eine moderne Ouverture mit vielfältiger Motivgestaltung von Fox über Blues- und Walzerrhythmen bis hin zur Marcia und effektvollem Presto- Finale; geschrieben von einem jungen, erfolgreichen Zitherspieler, der sich damit seinen langgehegten Wunsch, ein derartiges Werk für Zitherorchester zu schreiben, erfüllt hat.
Der Komponist: Roman ÖLLER, geboren 1.5.1972 in Wien. Seit der Volksschule Unterricht in Zither bei Prof. Erika Swoboda (Musikschule Ottakring), nebenbei auch Klarinettenunterricht (Prof. Reinhard Posch). Während der AHS-Schulzeit Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien in Zither (Klasse Prof. Erika Swoboda) und Dirigieren (Prof. Christo Stanischeff). Nach der Matura sofortiges Engagement am Theater des Westens in Berlin, danach Präsenzdienst bei der Gardemusik Wien als 1. Klarinettist. Danach div. Theaterengagements und Rollendebüts (z.B. in Csardasfürstin, Wiener Blut) sowie Tourneen und Auslandsauftritte (Rom, Zürich, Arabische Emirate, Sultanat Oman, Krakau).

11.

Pastell
Die Komposition existierte in Manuskriptform schon seit einigen Jahren; durch das Anhören einer Demo-Kassette des "Zitherklubs Donau-Stadt" kam Kurt PECHE auf die Idee, sie zu einer Aufnahme mit diesem Ensemble zu verwenden. Geschrieben im Tempo di valse, ausdrucksvoll und reich an zarten Harmonien, scheint die Komposition sich mit der eigenen Klangfarbe der Zither besonderes gut zu verbinden.
Der Komponist: Kurt PECHE, Prof., geboren 1.2.1925 in Wien. Mit 7 Jahren erster Violinunterricht; vom 8. bis 13. Lebensjahr Erster Sopransolist bei den Wiener Sängerknaben; ab dem 10. Lebensjahr Klavierunterricht. Für die Salzburger Festspiele 1937 von Arturo Toscanini für die Rolle des Ersten Knaben in der Zauberflöte ausgewählt; 1938 in der gleichen Rolle an der Wiener Staatsoper. Absolvent der Höheren Staatsgewerbeschule für Maschinenbau; 1943 Militär, 1946 Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Anschießend als Pianist tätig; nebenbei privater Klavierunterricht (Prof. Dr. J. Dichler) und Theoriestudium an der Wiener Musikakademie (Prof. A. Uhl und O. Siegl). 1949 Engagements in Schweden, der BRD und der Schweiz; 1952-1954 Pianist und Arrangeur beim Österr. Rundfunktanzorchester, anschließend als Arrangeur und Studiomusiker tätig; seit 1974 ständig in Wien als Komponist und Arrangeur, schreibt vorwiegend für TV, in- und ausländische Rundfunkstationen und Musikverlage (Auch unter dem Pseudonym Paul Fedor). Gewinner der Österreich-Ausschreibung für den Eurovisions-Songcontest 1967; Anerkennungspreis der EBU Light Music Forum 1981.

12.

Im Park
Die Komposition: Ein besinnlicher Spaziergang, geruhsames Schlendern durch ein Stückchen Natur inmitten der Großstadt, Menschen, die sich in der Hast des Alltags ein wenig Ruhe gönnen, vielleicht auch ein verliebtes Paar - das mögen die Assoziationen sein, die man beim Anhören dieser Musik empfindet; einer Musik, die ein bisschen zum Träumen verführt...
Der Komponist: Kurt BRUNTHALER, geboren 4.12.1949 in Ternitz/NÖ. Mus. -päd. BRD in Wiener Neustadt mit Matura 1969; parallel dazu Klavierunterricht in Ternitz bei Prof. E. Habart und in Wiener Neustadt bei Prof. E. Prandler, Fagott bei Dr. Salagar; 1970-1972 Schulmusik-Studium an der Hochschule für Musik in Wien sowie Deutsche Philologie an der Universität Wien. Zum Hauptinstrument Klavier kommen Gitarre, Flöte und Saxophon. Ab 1973 musikpädagogische Tätigkeit, Aufnahmeleiter beim ORF; Kapellmeister, Komponist und Arrangeur; zahlreiche Funk- und Plattenproduktionen. Gründer und musikalischer Leiter der Kurt BRUNTHALER Big Band (eig. CDs. Div. Rundfunk- und Fernsehauftritte); Gründung eines eigenen Musikverlages Jet Sound Music; Sammler mechanischer Musikinstrumente und Musikautomaten sowie historischer Tonträger.

13.

Sag es durch die Blumen
Die Komposition: Dieses hübsche, launige, überaus rhythmische Intermezzo ist wahrscheinlich das letzte Werk des Komponisten, das er kurz vor seinem Tod eigens für die Produktion geschrieben hat.
Der Komponist: Herbert SEITER, Prof., Kpm., geboren 23.5.1921 in Wien, gest. 1996. Musikalische Ausbildung: Klavier (u.a. bei Prof. F. Rebay, Emil v. Sauer, J. Dichler) Am Konservatorium und an der Wiener Musikakademie, Komposition (J.Marx) sowie Dirigentenklasse (H. Swarowsky); er spielte auch elektronische Orgel. Dirigent des ehem. Kleinen Wiener Rundfunkorchesters, seit 1952 Programmgestalter beim ORF (Wiener Musik, Blasmusik, Operette, Tanzmusik); seit 1970 am Flügel bei der Sonntagmorgensendung "Was gibt es Neues" mit Heinz Conrads. Professor-Titel durch den Bundespräsidenten; Ehrung und Auszeichnungen, u.a. 1978 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Seit 1945 schrieb er Wienerlieder, U-Musik, Tanz- und Filmmusik. Sein Kastalienwalzer wurde auf Wunsch der Universität Wien komponiert, derselben gewidmet und beim Universitätsball 1968 - von ihm selbst dirigiert - uraufgeführt. Einige weitere Titel: Alle Wasser der Erde fließen; Wien ist eine Sünde wert; Der Herr Josef; Das letzte Wiener Café; Verliebte Melodie, Lied aus Wien; Schönbrunnerlied u.v.a.

Mitwirkende
Orchester des "Zitherklub Donau-Stadt":
1.Diskantzither: Elvira WILLINGER, Ophelia POSPICHAL, Monika HASLINGER, Anny RUMPLER, Hilde REUTER.
2. Diskantzither: Ing. Anton POSPICHAL, Ottilie KOSTKA, Mag. Wilh. NEUBAUER; Brigitte WEISSENBACHER.
3. Diskantzither: Ing. Friedrich KOTAL, Traude BUSEK, Margarete FOHLEITNER, Margarethe MAIRINGER, Johann ZAUNER.
Altzither: Hans HASLINGER, Elfriede WINDHOLZ, Josef KUMMER.
Akkordeon: Christine SCHÖN * Synthesizer: Pia SÖNDERGAARD, Josefine BENCSICS * Altblockflöte: Pia SÖNDERGAARD * Gitarre: Josef SCHMIDT, Franz FOHLEITNER, Viktor RIEMER, Josefine BENCSICS * Schlagzeug: Wolfgang GINDLHUMER, Nicole KOLAR * Klavier: Manfred SCHIEBEL * Chor: Elisabeth HUTTERER, Edith PUTZ, Elisabeth RABENSTEINER.

Musikalische Leitung: Prof. Mag. Gert LAST
Aufnahmeleitung: Ing. Franz THOMASSER * Tontechnik: Alfred SCHITTLER
Aufgenommen im AUSTROPHON-STUDIO, Wien-Konzerthaus, Jänner-Mai 1996
ÖSTERREICHISCHER KOMPONISTENBUND/U-Musik, unterstützt von der AKM Staat. Genehmigte Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger
Cover: Viktor RIEMER * Text: Elvira WILLINGER

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